Stutzberg

[[Kategorie:Balamar]]
Stutzberg ist eine Markgrafschaft im mittleren Norden Balamars. Sie ist Sitz der Königsfamilie, des Hauses Brimas, aus welchem auch der Markgraf stammt. Die Markgrafschaft wird von den Ausläufern des Nordrandgebirges, und Steppe und Heidelandschaft beherrscht. Das Land ist wenig fruchtbar, und bietet nur in guten Jahren gerade genug Ertrag zur Selbstversorgung. Die Bevölkerung gilt als stolz, berechnend und voreingenommen.


Fürstentum
|Name=Stutzberg
|Wappen=[[Bild:Wappen_Stutzberg.png|200px|center]]
|Einwohner=230.000
|Verteilung= • 95% Menschen<br> • 4% Elfen<br> • 1% Zwerge
|Regent=Markgraf Albrecht von Brimas zu Stutzberg
|Städte= • Freistadt Stutzberg (Sitz des Markgrafen)<br> • Brimas<br> • Roksch
|Garnison= Stutzberger Garde, Brimaser Burgwache
|Landschaften=Nordrandgebirge, Steppe und Heide des Nordens, wanorisches Flachland
|Besonderheiten=Sitz der Königsfamilie Brimas. Siedlungen liegen bisweilen in oder um antike Festungen aus der Zeit vor der Einigung.

==Geographie==

Die Landschaft Stutzbergs wird im Osten von einer Steppe aus Kraut und hartem Gras, im Westen von einer Heide beherrscht. Zwischendurch von Wäldchen durchbrochen, die gen Westen, Richtung Westwald, größer und häufiger werden. Das ganze Land ist flach und kaum hügelig, unterbrochen von einzelnen schroffen Felsen, auf denen die Festungstädte aus der Zeit vor der Einigung thronen, die noch heute bewohnt sind, von der Größe eines winzigen Dorfes, bis hin zu der gewaltigen Stadt Stutzberg, oder der größten Burganlage Balamars, der Festung Brimas reichend.

Der Norden liegt im Nordrandgebirge, das lediglich in den Ausläufern und Niederungen bewohnt ist. Dort wird wo immer es möglich ist, Bergbau betrieben. Das Gebirge ist reich an Zinn, Gold, Kohle und anderen Bodenschätzen, die gleich vor Ort verarbeitet werden.

Der Süden Stutzbergs ragt in das wanorische Flachland hinein, die einzige wirklich fruchtbare Region Stutzbergs, der Ertrag genügt in schlechten Jahren allerdings nicht, die ganze Markgrafschaft zu versorgen.<br>
<br>

==Geschichte==

Stutzberg rühmt sich oft, Vorreiter Balamars zu sein, was nicht so weit hergeholt ist, denn viele heute etablierten Mechanismen des Reiches gab es schon zuvor im kleineren Rahmen in Stutzberg.<br>
Um 150 v.E.d.S. startete ein Häuptling aus der Ahnenreihe des Hauses Brimas, von der Gyllinsippe, der nur als "Der Stolze" bekannt ist, wie unter den Barbaren nicht unüblich, einen Eroberungsfeldzug. Zunächst richtete er sich gegen die anderen Siedlungen der Gyllin-Sippe, allerdings mit dem Ziel, die Isarn-Sippe im südlichen Stutzberg mit vereinten Kräften zu unterwerfen, die dort aus dem heutigen Geistbach eingedrungen war. Er eroberte das Gebiet des heutigen Stutzbergs (außer dem Nordrandgebirge) und Teile Geistbachs und Wanoriens. Die Eroberung endete mit seinem Tod, seine Nachfolger hielten vermutlich lediglich die Grenzen ihres Reiches.
Dieses Wissen ist nicht direkt schriftlich überliefert, sondern wurde mündlich weitererzählt, und erst nach der Gründung Balamars, und der landesweiten Einführung von Schrift und Papier niedergeschrieben, und stellt die Schnittmenge verschiedener Stutzberger Erzählungen dar.

[[Bild:Wappen_Stutzberg_(Stadt).png|150px|thumb|Wappen der Stadt und ehem. Familie Stutzberg]]
Nach der Ausrufung Balamars einigten sich die Häuptlinge darauf, das einer unter ihnen, der Erfahrung als Herrscher hatte, ihr König werden sollte. Das war Torond der Goldene, Sohn vom Khaleb dem Stummen, aus dem Hause Brimas der Gyllin-Sippe.<br>
Die anderen Häuptlinge forderten, das man eine Machtkonzentration vermeiden solle, darum überließ das Haus Brimas die Markgrafschaft dem zweitgrößten Haus, dem Haus Stoudsbearg, das sich, und die Markgrafschaft, nach der Einführung der Gemeinsprache in Balamar nur noch Stutzberg nannte, da die Sprecher der inzwischen ausgestorbenen Dialekte im Süden Balamars den Namen nicht richtig aussprechen konnten, und die Schreibweise so einfacher war.

[[Bild:Wappen_Brimas_(Grafschaft).png|150px|thumb|Altes Wappen des Haus Brimas, aktuelles Wappen der Grafschaft]]
Das Haus Brimas gab sein Streben nach Macht aber niemals auf, und durch den Einfluss des Königs blieb Brimas stabil, während das Haus Stutzberg durch Misswirtschaft und Streit mit der Grafschaft Brimas immer ärmer wurde. Durch geschickte Heirat, und durch Armut gezwungen vereinigte sich 183n das Haus Stutzberg mit dem Haus Brimas, und ging in letzterem auf. Um die Ahnen der Stutzberger nicht zu verärgern, beließ man den Sitz des Markgrafen, der stets aus dem stutzbergischen Zweig der Familie stammt, in der Stadt Stutzberg, und vereinigte die Wappen beider Familien in einem neuen Familienwappen.

[[Bild:Wappen_Brimas_(Haus).png|150px|thumb|Neues Wappen des Haus Brimas]]
Während dem Interregnum 239-241n, nach dem Giftmord an Hagebolt II durch die Familie Landberg, blockierte die Familie Brimas die Krönung eines neuen Königs, solange der Mord nicht aufgeklärt war. Während die Markgrafschaft die Haltung unterstützte, waren die meisten niederen Herrscher Stutzbergs strikt gegen die Blockadehaltung, weil sich durch die immer weiter verhärtenden Fronten zwischen West-Balamar, das die Haltung Brimas' unterstützte, und dem Osten, der schnell einen neuen König wollte, ein ernsthafter Bürgerkrieg anbahnte, was auch innerhalb Stutzbergs zu mehreren Fehden führte. Nachdem 241n die Morde aufgeklärt waren, wählte der große Rat aus Markgrafen, Boten des Aurum, Großmeister der Klinge, Derandur dem Weisen und dem Häuptling der Barbaren mit einer 4:3 Mehrheit erstmals einen König der nicht von Brimas abstammte, Hanseberg I von Trimm. Klinge und Elori enthielten sich, wie zu erwarten war, der Häuptling der Barbaren stimmte für sich selber, und die Kirche bestätigte die Wahl als aurumgefällig.<br>
320n konnte das Haus Brimas, nach geschickter Verheiratung und Intrigen wieder den König stellen. Durch ein reformiertes Erbrecht auf den Thron kam es aber dazu, das auch Sprösslinge aus anderen Häusern gekrönt wurden.<br>
<br>

==Politik==

===Struktur===

Die Markgrafschaft Stutzberg ist in zwei Grafschaften und zahlreiche Baronien und freie Städte unterteilt, die aber nur wenige Rittergüter enthalten. Die Grafschaft Brimas liegt im Osten, in welcher die freie Stadt Stutzberg und die Burg Brimas liegen. Der dünn besiedelte Westen liegt in der Grafschaft Grafschaft Hagorad, mit der Stadt Roksch als Zentrum.<br>
Die Dörfer und Städte in den Grafschaften haben relativ viele Freiheiten, und zahlen in wirtschaftlich schwachen Regionen kaum Steuern, dafür bekommen sie von der Grafschaft aber auch nur wenig Unterstützung. Die meisten Dörfer, gerade in der Grafschaft Hagorad, haben noch eine innere Struktur, die an die eines Stammes erinnert. Sie nennen sich selbst Klans, haben einen Häuptling als Dorfvorsteher und in der Regel einen Taubra, einen Dorfmagier, der meist als einziger im Dorf eine Schule besucht, sich bildet, die Traditionen und die Gräber der Ahnen pflegt, also die Rolle eines Ältesten bzw. eines Schamanen hat.<br>
<br>

===Gardeeinheiten===

Die berühmte Stutzberger Garde ist die wichtigste Gardeeinheit auf Markgrafschaftenebene in Stutzberg. Sie ist die größte und älteste Garde Balamars und gilt als Vorbild für das balamarische Heer. So ist es kaum verwunderlich, das ihre Struktur die gleiche ist, wie die des Heeres, und sie ebenfalls in mehreren Garnisonen in den wichtigsten Gebieten der Markgrafschaft stationiert ist. Sie gilt als elitär, und ihre Kämpfer verpflichten sich nicht für fünf Jahre wie in der balamarischen Armee, sondern für zehn Jahre oder auf Lebenszeit. Stutzberger Gardisten haben nach ihren zehn Jahren Dienst meist genug Erfahrung, um z.B. in der balamarischen Armee direkt als Offiziere oder in Eliteeinheiten aufgenommen zu werden, wenn auch man in der Stutzberger Garde selbst (wie in anderen Garden ebenfalls üblich) nur Offizier werden kann, wenn man sich auf Lebenszeit verpflichtet.<br>
<br>
Eine weitere große und bekannte Garde Stutzbergs ist die Brimaser Burgwache. Die Festung Brimas ist trotz ihrer Größe de Jure keine Stadt, sondern eine Burg von der Größe einer Stadt. Darum wird sich nicht durch die Wachtruppen der balamarischen Armee bewacht, sondern durch eben jene Brimaser Burgwache, eine Gardeeinheit, die die Funktion der Stadtwache übernimmt, und der Familie Brimas als Leibwachen und Eskorten dient.<br>
<br>

===Wappen===
[[Bild:Wappen_Stutzberg.png|150px|thumb|Wappen Stutzbergs]]
Das Wappen Stutzbergs ist eine Vereinigung der Wappen der Familien Brimas und Stutzberg. Entgegen dem (erst viel später entstandenen) kombinierten Familienwappen liegt hier der rote Balken der Familie Stutzberg vor dem Weißen der Familie Brimas, was den Herrschaftsanspruch der Stutzberger über die Markgrafschaft darstellt. Der keilförmige Doppelbalken ist das Resultat der gegenläufigen Balken in den beiden Familienwappen. Eigentlich hätte für das kombinierte Familienwappen ein ebensolcher keilförmiger Balken verwendet werden müssen, die Ähnlichkeit zum Wappen der Markgrafschaft wäre aber zu groß gewesen, auch wenn der weiße Balken vor dem Roten gestanden hätte. Ein doppelter Querbalken wäre wegen den gegenläufigen Balken in den Familienwappen nicht möglich gewesen. Die doppelte Reduzierung des Stutzberger Wappens (roter Balken hinter Weißem UND Spiegelung der Richtung) war unerwünscht, was das heraldisch inkorrekte heutige Wappen der Familie Brimas zur Folge hat. Da das Familienwappen des Königs als Herzwappen in dessen Amtswappen vorkommt, sorgt die heraldische Ungenauigkeit bisweilen für Kritik unter Heraldikern.<br>
In ganz Stutzberg ist es üblich, statt oder zusätzlich zu gewöhnlichen gemeinen Figuren, Hausmarken im Wappen zu tragen. Abstrakte geometrische Zeichen, die, wie eine urtümliche Art Wappen, die Zugehörigkeit zu einer Familie, einem Klan oder einer Siedlung anzeigen. Jede Festung hat so eine Marke über ihrem Tor in den Stein gemeißelt, und wurde von den Herrschern Stutzbergs ganz, oder in vereinfachter Form übernommen. Auch die Querbalken des Hauses Brimas und des ehemaligen Haus Stutzberg sind von deren Hausmarken abgewandelt.
<br>

==Bevölkerung==

Bis auf einen geringen Anteil von 5% sind alle Stutzberger Menschen. Sie bewohnen, gerade im Westen, oftmals die noch erhaltenen Festungen, die aus der Zeit vor der Einigung der Stämme, vielleicht sogar aus der protobalamarischen Ära stammen. Diese Festungen, sofern noch so gut erhalten, das sie bewohnbar sind, variieren stark in der Größe. Manche reichen gerade für ein kleines Dorf, während andere ganze Großstädte aufnehmen können, wie Stutzberg und Brimas. Außerhalb der Festungen ist es zwar nicht akut lebensbedrohlich, so das das Leben in den Festungen nötig wäre, es ist aber auch nicht ungefährlich. Der Hauptgrund dafür, das die Bevölkerung sich den teils recht geringen Raum in den Festungen teilt ist, das ihre Ahnen schon so gelebt haben, sich dort ihre Gräber befinden und niemand einen Grund sieht, etwas daran zu ändern. Im dichter besiedelten Osten und Süden Stutzbergs ist es allerdings üblich, gewöhnliche Dörfer und Städte zu bauen, mit gemauerten oder hölzernen Häusern und Palisaden oder Stadtmauern. Hier werden ebenfalls erhöhte Positionen bevorzugt, auf Hügeln, oder auf den Grundmauern der im Osten oft verfallenen und unbewohnbaren Festungen, die dann gerne als Steinbrüche benutzt werden, wenn auch die Ruinen eigentlich durch Märkisches Recht geschützt sind.

Das Leben der Landbevölkerung ist im Vergleich mit anderen Markgrafschaften hart, die Kindersterblichkeit höher und die Leute sterben früher. Nahrungsknappheit und Fehden mit Nachbardörfern veranlassen immer wieder die Jugendlichen in der Fremde ihr Glück zu suchen. Traditionsgemäß üben die Stutzberger früh den Umgang mit dem Schwert, und jeder wahre Stutzberger verrichtet mindestens den fünfjährigen Dienst bei der balamarischen Armee oder den zehnjährigen Dienst bei der Stutzberger Garde. Was auch den praktischen Nutzen hat, das die Dörfer für fünf oder zehn Jahre ein Maul weniger zu stopfen haben, was danach meist körperlich in Hochform ist, um bei der Jagd und dem bisschen Ackerbau den das karge Land ermöglicht zu helfen.

Trotz der gelegentlich gegen Ende des Winters, vor der ersten Ernte auftretenden Knappheit an Nahrung, gibt es kaum Hungersnöte. Lediglich eine etwas eingeschränkte Auswahl und gelegentliche Rationierung der Vorräte. Das mag durchaus damit zusammenhängen, das jeden Herbst die Kirche und die Markgrafschaft Überschüsse aus dem benachbarten Wanorien zu verbilligten Preisen aufkauft, und an die Dörfer verteilt. Obwohl diese grundsätzlich falsche Angaben über Bedarf und vorhandene Vorräte machen, kommt nie ein Dorf zu kurz.<br>
<br>
Eine erwähnenswerte, wenn auch geringe Population stellen die Eisentrolle dar, ein Volk von trollartigen Humanoiden mit einer großschuppigen Haut, die so stark eisenhaltig ist, das die Schuppen sie wie eine Rüstung schützen.<br>
Die Eisentrolle sind etwa eineinhalb mal so groß wie ein stattlicher Balamare und, wegen dem Eisen, um ein vielfaches schwerer. Ihr restlicher Körper enthält ebenfalls sehr viel Eisen, zwar nicht genug, das man es direkt sieht, doch man bemerkt es an ihren Leichen. Während ihre Haut zu Rost zerfällt und ihr Fleisch verwest, enthalten ihre Knochen gerade so viel Eisen, das sie eine leichte Rostschicht ansetzen und lange erhalten bleiben. Es heißt, die Stutzberger Taubras, die Magier der Klans, gerade in den Ausläufern des Gebirges, wüssten Wege, um aus diesen Knochen mit Magie Waffen und Rüstungen wachsen zu lassen, weigern sich aber, der Klinge Informationen darüber zu geben, oder gar eine solche Artefakte untersuchen zu lassen, sofern diese tatsächlich existieren.<br>
Die Eisentrolle leben in den unzugänglichen Schluchten des Gebirges, die selbst erfahrene Kletterer kaum erreichen. Dieser Umstand, ihre feinen Sinne und ihr äußerst aggressives Revierverhalten macht es nahezu unmöglich, sie zu erforschen. Ausgrabungen beweisen, das sie einst auch am Fuß des Nordrandgebirges gelebt haben, aber scheinbar von dort vertrieben wurden.<br>
Ein angreifende Eisentroll ist sehr gefährlich, seine Haut schützt ihn vor einfachen Waffen und äußerer Hitze, seine Masse macht außerdem Zauber, die auf Kraft basieren obsolet. Schwere Armbrüste, Rabenschnäbel und starke, Rüstung durchdringende, sowie rein mentale Zauber wirken allerdings sehr wohl. Ein verletzter Eisentroll gerät leicht in Panik und bricht den Angriff ab, da Verletzungen für ihn höchst ungewohnt sind. Er kauert sich dann in eine Abwehrhaltung zusammen, in der er mit einem geschickt angewandten Fessel-Zauber oder schweren Ketten gebändigt werden kann. Eisentrolle sind der Sprache mächtig, sprechen allerdings nur einen gebrochenen, alten, Stutzberger Dialekt, den heute kaum noch jemand spricht, was als Beweis dafür gesehen wird, das sie einst mit den Barbaren Kontakt hatten. Sie geben jedoch selbst unter Folter und mit Hilfe von Magie keine Informationen preis, die nicht offensichtlich sind. Ob sie nicht mehr wissen, oder nicht mehr sagen wollen ist nicht bekannt.<br>
Grundsätzlich sind Untersuchungen durch die Klinge erwünscht, es wird jedoch aufgrund der Gefahren ausdrücklich davor gewarnt.<br>
<br>

==Wirtschaft==

Um die Wirtschaft Stutzbergs ist es, trotz der geringen Fruchtbarkeit großer Teile des Landes, gut bestellt. Die Grafschaft Brimas, der fruchtbare Süden und der an Bodenschätzen reiche Nordosten des Landes floriert und bringt Erträge ein. Während der Süden seine Erträge, hauptsächlich Getreide, weitgehend innerhalb Stutzbergs verkauft, werden die Bodenschätze aus dem Norden entweder vor Ort, oder in den größeren Städten verarbeitet. So gibt es am Fuß des Gebirges über dreihundert Gießereien, die aus feinstem Zinn (ohne Blei), hochwertiges Geschirr herstellen. Teller, Schalen, Krüge, Gabeln, Löffel und Messer (mit Stahlklinge). Das Gold wird größtenteils von der Stutzberger Goldschmiedegilde, mit Niederlassungen in allen größeren Städten des Landes, angekauft, und zu Schmuck, Geschmeide und ebenfalls Geschirr, allerhöchster Güte verarbeitet und ist bei den Reichen Balamars hoch begehrt. Die geförderte Kohle wird nur zu geringem Teil vor Ort benötigt, sondern in ganz Balamar gehandelt.<br>
Ganz Stutzberg ist außerdem für seine Handwerkskunst bekannt. Nicht nur Essgeschirr, Gebrauchswaren aller Art werden in Stutzberg hergestellt, und gelten als besonders zweckmäßig und gleichzeitig elegant.<br>
<br>

==Kultur==

===Religion===

Die Stutzberger sind streng aurumgläubig und legen besonderen Wert auf die Ahnenverehrung.

In den dichter besiedelten Gebieten hat jede Stadt eine Kirche, jedes Dorf eine Kapelle, mit einem eigenen Aurumpriester. In der Stadt Stutzberg steht der Dom der goldenen Sonne, mit einem angeschlossenen kleinen Kloster. <br>
Im dünner besiedelten Norden und Westen hingegen haben Städte ebenfalls Kirchen, die Dörfer aber meist nur Schreine oder besonders kleine Kapellen, deren Priester für mehrere Dörfer zuständig sind, und einzelne Dörfer nur ein mal wöchentlich oder seltener, oder nur auf Verlangen hin besuchen.<br>
<br>
Die Ahnenverehrung hat einen besonderen Stellenwert in Stutzberg. Die Festungen haben stets weitläufige unterirdische Gewölbe, die aus dem Fels gehauen sind, in denen scheinbar schon die Barbaren der Region, und nach neuesten Erkenntnissen vermutlich bereits die Protobalamaren, ihre Toten zur Ruhe gebettet haben, und die auch heute noch für Totenriten genutzt werden. Die Katakomben haben oftmals verschüttete Bereiche, die nach und nach freigelegt werden, und in denen die Grabnischen noch belegt sind. Wann immer neue Gänge ausgegraben werden, beeilt man sich, die von der trockenen und kalten Luft oft mumifizierten, Körper der Ahnen rituell zu verbrennen und im Wind zu verstreuen, oder in Urnen zu bestatten, da man davon ausgeht, das dies den Toten lieber ist, waren sie doch dort unten Jahrhunderte lang aufgebahrt. Möglicher Weise noch vorhandene, der Barbarengöttin Hrerna gewidmete, magische Schutzsiegel werden von den Priestern der Aurumkirche sofort zerstört. Diese Festungen sind immer auf Kraftlinien, und insbesondere deren Knotenpunkten errichtet. Die Furcht vor Zwischenfällen mit Kraftlinien und Leichen ist so groß, das die Leichen oft bereits verbrannt werden, sobald sie ausgegraben sind.<br>
Allen gemein ist, das sie neben, oder anstatt der sonst üblichen Ahnenschreine der Familien größere Schreine, für alle Ahnen des Dorfes, im Eingangsbereich der Katakomben haben, da gerade in kleinen Dörfern oftmals fast alle Bewohner miteinander verwandt sind. Ebenso wird überall in Stutzberg, trotz Vorhandensein weitläufiger unterirdischer Gräber, der Totenritus der Verbrennung betrieben, wie die Kirche es verlangt.<br>
<br>

====Bestattungsriten====

Gerade im traditionalistischen Westen wird der Vorbereitung der Toten und Pflege der Grabanlagen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.<br>
Die Weisen und Magier der Dörfer bereiten die Toten auf den Übergang der Seele vom Diesseits ins Jenseits vor und unterstützen die Seele dabei, unter Zuhilfenahme der bereits wartenden Ahnen. Sie fungieren als eine Art Totenpriester, wenn auch das niemand öffentlich sagen würde.<br>
Um den Toten den Übergang zu erleichtern, ruft der Weise seine eigenen, und die Ahnen des Toten an, ihm den Weg zu weisen. Dann gibt er ihm, mit Hilfe des Zaubers ''mit Toten sprechen'' die Möglichkeit, seinen Nachkommen und den Lebenden letzte Worte zu hinterlassen. Anschließend trennt er sämtliche astralen Verbindungen der Leiche, und leitet mögliches magisches Potential ab. Anders als bei der Kirche üblich werden die Körper nicht sofort verbrannt, sondern für eine gewisse Zeit aufgebahrt und danach erst verbrannt.<br>
Dazu wird der Körper gewaschen und geöffnet, der Inhalt von Magen, Darm und Blase entfernt und bei Frauen die Gebärmutter auf womögliche Föten geprüft, die separat bestattet werden. Außerdem wird das Herz entnommen und Körpersäfte werden abfließen gelassen.<br>
Das Innere der Körperhöhle wird mit feinem Steinpulver bestrichen, und anschließend wieder verschlossen. Der Körper wird mit einer Mischung aus Fett, Steinpulver und Kräutern eingerieben, in Tücher gewickelt, so das nur der Kopf heraus schaut, und in einer der Nischen aufgebahrt. Das Herz wird in eine Urne mit Deckel gelegt und zu Füßen des Toten platziert. Das aufgefangene Blut und die Körpersäfte werden nach und nach in ein heißes Feuer gegossen und verbrannt.<br>
Danach werden den Trauernden die Nische des Toten gezeigt und nochmals die magisch erlangten, letzten Worte des Verstorbenen verlesen. Der Tote bleibt dort zwei mal sechs Mondläufe liegen, und wird durch das trockene Klima der Katakomben, die besondere Luft und die Balsamierung getrocknet und mumifiziert. Während dieser Zeit haben die Angehörigen die Möglichkeit Abschied zu nehmen und zu trauern, und ihre Gebete und Wünsche am Grabmal des Toten an ihn, ihre und seine Ahnen zu richten.<br>
Wenn dann ein Aurumpriester ins Dorf kommt, ist eine seiner ersten Handlungen, die "neuen" Toten zu segnen.<br>
In der Nacht des letzten Tages der zwei mal sechs Mondläufe, wenn Aurums mildes Auge zwei Läufe lang auf die Trauernden herab geschaut hat, wird der inzwischen mumifizierte Leichnam aus seiner Nische entnommen und in einen speziellen Raum auf einem Rost auf einem Podest in der Raummitte aufgebahrt, mit einem Rauchabzug darüber, der speziell so gemacht wurde, das der darüber streichende Wind stets die Luft hinaus saugt, so dass der Rauch nicht den Raum ausfüllt. Die Trauernden versammeln sich in dem Raum, und haben eine letzte Gelegenheit, Abschied zu nehmen. Anschließend betritt der Witan das Podest, legt das inzwischen getrocknete Herz auf die Brust des Toten, und formt einen Zauber, mit dem er den inzwischen leicht brennbaren Körper schnell und heiß verbrennt. Er oder ein Taubra fegt die Asche zusammen und füllt sie in die Urne, in der zuvor der Herz lag, und die er auf die höchste Zinne der windabgewandten Seite der Festung trägt. Dorthin wird er nur von den Taubra und einem ausgewählten Angehörigen begleitet, der Rest der Trauernden beobachtet von Unten.<br>
In dem Moment, da Aurums strafendes Auge sich über den Horizont erhebt, beginnen sie, die Asche langsam in den Wind zu streuen. So das der Leib des Toten eins werde mit dem Leib Aurums, der ihm einst gestattete, auf ihm zu wandeln und sich von ihm zu nähren. Es heißt, das an solchen Morgenden keine Wolke es wagt, sich vor die aufgehende Sonne zu schieben, und der Wind stets begierig bläst, um die Asche des Toten in Empfang zu nehmen, und den letzten Recht des einstigen Menschen von den Lebenden hinfort zu tragen.<br>
Wenn alle Asche ausgeschüttet ist, nimmt der Witan die Urne, und wirft sie über die Mauer der Festung. In diesem Moment endet die Trauerphase, und die Menschen wenden sich wieder sich selbst, den Lebenden und ihrem Tagewerk zu.
<br>

===Die Klans===

Die abgelegenen Dorfgemeinschaften des Nordens und Westens Stutzbergs, insbesondere in der Grafschaft Hagorad bezeichnen sich selbst als Klans (auch wenn der Begriff eigentlich falsch ist). Sie haben noch eine sehr traditionelle Struktur, die an eine präbalamarische Stammesstruktur erinnert. Jedes Dorf hat einen Dorfvorsteher, Kindina genannt, der eher die Funktion eines Häuptlings hat, der das Dorf anführt, als die eines üblichen Dorfvorstehers, der in Vertretung des Lehnsherrn das Dorf verwaltet.

Wer mit magischer Begabung geboren wird, dem ist der Weg zum Witan, dem Weisen vorbestimmt. Die Weisen sind Dorfmagier, Gelehrte, Berater, Bewahrer der Traditionen und für die Pflege und Verehrung der Toten zuständig. Jedes Dorf hat nur einen Weisen, andere Magier werden Taubra - Zauberer genannt und sind quasi Witan in der Ausbildung. Aufgrund der geringen Größe gibt es neben dem Witan kaum mehr als einen Taubra, der gleichzeitig Lehrling und Assistent des Witan ist. <br>
Die Magiebegabten werden, oftmals als einzige im Dorf, an eine Schule geschickt. Da es Schulen nur in den Städten gibt, in Hagorad ist für die meisten Dörfer die Schule in Roksch die nächste, müssen die Kinder für einige Jahre das Dorf verlassen, und in den Unterkünften der Schule wohnen. Ebenso werden die jungen Taubra meist für fünf Jahre zur balamarischen Armee geschickt, um etwas von der Welt zu sehen. Die Magieausbildung übernimmt der Weise, wenn auch das, in Ermangelung ausreichender Kenntnisse, nicht immer besonders sicher ist.

Die Klans sprechen - wie alle Balamaren - die Gemeinsprache. Lediglich für ihre Gebräuche und Traditionen benutzen sie einige Fachwörter aus einem alten Stutzberger Dialekt, aus dem auch Worte wie Kindina, Witan und Taubra stammen. Im alltäglichen Gebrauch ist die alte Sprache praktisch ausgestorben.<br>
<br>

===Die Festungen===

Wer wann und aus welchem Grund die Festungen, die in ganz Stutzberg, bis auf den Süden, verstreut sind, und noch heute bewohnt werden, errichtet hat ist nicht bekannt. Lediglich, das sie schon zur Zeit der Gründung bewohnt wahren weiß man. Lange Zeit wurde vermutet, die Festungen seien von den Barbaren errichtet worden, als Schutz vor den Gefahren der Wildnis und vor Feinden. Doch ist das Mauerwerk dafür zu genau, die Technik zu fortschrittlich, um nach heutigen Erkenntnissen von den Barbaren zu stammen. Die jüngsten Funde in der Westmark lassen vermuten, das die Anlagen noch aus der protobalamarischen Ära stammen. Die Nutzung der Festungen als Wohnungen und Gräber macht dahingehende Forschung allerdings sehr schwer durchzusetzen und durchzuführen.<br>
<br>
Obwohl Form und Größe der Festungen stark variiert, haben sie alle einige Gemeinsamkeiten. So stehen sie ausnahmslos auf einem Felsen, der zu mindestens zwei Seiten so steil abfällt, das er nicht ohne weiteres zu erklettern ist, und nehmen fast die gesamte Fläche des Felsens ein. Um die Festungen zu errichten wurden die Felsen teils stark behauen, Treppen und Flächen wurden direkt aus dem Fels heraus gearbeitet, die Basis von Mauerwerk wurde stets so behauen, dass das Mauerwerk direkt darauf gesetzt werden konnte, ohne das sich Hohlräume bilden oder die untere Steinreihe angepasst werden muss. Teilweise sind Wohnräume in den Fels gehauen, manchmal auch Keller oder ein zweiter Boden unter dem Fußboden des Erdgeschosses.<br>
Das oberirdische originale Mauerwerk besteht aus großen, massiven Steinblöcken, die scheinbar aus dem Stein gehauen wurden, der beim Bau der Festungen abgetragen wurde. Die Blöcke sind sehr genau gearbeitet, und obschon nicht alle gleich, aneinander angepasst, so das sich kaum Lücken ergeben. Dort wo von den Barbaren oder den modernen Balamaren Stellen ausgebessert wurden, ist ein deutlicher Unterschied sichtbar, sowohl was das Material als auch die Verarbeitung angeht, so das man heute versucht die Festungen ursprünglich zu belassen, und Schäden zu vermeiden, anstatt einfach zu flicken. Die Häuser sind oftmals kleinen Grundrisses, dafür aber mehrstöckig, in kleinen Siedlungen oft nicht mehr als dreistöckig, in großen Städten bis zu achtstöckig, und teilweise verschachtelt und durch Zwischenebenen verbunden, was den Städten, die noch weitgehend unverändert sind, eine fast organisch, und gewachsen, anmutende Architektur verleiht, ganz im krassen Gegensatz zu den neueren, modernen Häusern aus Holz, Fachwerk, gebrannten Ziegeln und gleichmäßig behauenen Mauersteinen.<br>
Während die Häuser im Inneren der Festungen zu Häuserblöcken mit engen Gassen und teils tunnelartigen Durchgängen zusammen gewachsen zu sein scheinen, sind die verdickten Rückseiten der äußeren Häuser gleichzeitig die Außenmauer der Festung.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist der Dorfplatz. Ausnahmslos jede Festung hat in ihrem Zentrum einen runden Platz von mindestens dreißig Schritt Durchmesser. Im Zentrum dieses Platzes befindet sich der Eingang zu den unterirdischen Gewölben. Dieser Eingang ist ein zylindrische Grube, mit glatten Wänden und ebenem Boden, von mindestens zweieinhalb Schritten Tiefe, mit einer Treppe, die stets von West nach Ost entlang der Südwand der Grube verläuft. Genau in der Nordwand befindet sich der eigentliche Eingang zu den Gewölben, stets mit einer Tür ohne Schloss versehen. Das Innere der Gewölbe ist meist sehr unterschiedlich. Oft geht es mehrere Treppen tiefer in den Fels hinein, zu einer Art Vorraum, in dem ein allgemeiner Ahnenschrein steht, dessen Wände und Nischen mit Kerzen, Ruß und getrocknetem Wachs bedeckt sind, so das das Wachs in den Städten regelmäßig mit Hacken und Äxten entfernt werden muss, um daraus neue Kerzen herzustellen, da viele Stutzberger oftmals mehrere Kerzen für ihre Ahnen aufstellen, und das mehrmals pro Woche. Die tieferen Gewölbe sind teils lange Gänge mit zahlreichen Nischen für die Körper der Toten, teils aber große Räume, in die Urnen gestellt, oder die von den Witan und Taubra genutzt werden, deren ursprünglicher Zweck aber nicht bekannt ist.

Die wenigsten Festungen haben ein Haus, das eindeutig als Haus des Häuptlings erkennbar ist, normaler Weise überragt keines der Häuser die Mauern, und alle sind gleich groß und haben gleich große Räume.

In größeren Dörfern und Städten mussten bisweilen alte Häuser weichen, um Kapellen, oder moderne Häuser für die Herrscher zu bauen.<br>
<br>

==Lehen und Siedlungen==
===Grafschaft Brimas===
[[Bild:Wappen_Brimas_(Grafschaft).png|thumb|150px|Wappen der Grafschaft Brimas]]

Eine der zwei Grafschaften Stutzbergs ist Brimas, von der gleichnamigen Familie aus deren Burg Brimas regiert. Im Gegensatz zur Grafschaft Hagorad ist der Boden hier fruchtbarer, und dank der Bergwerke und Manufakturen an den Ausläufern des Nordrandgebirges, ist Brimas insgesamt die wirtschaftsstärkste Region Stutzbergs. Bis zur Vereinigung mit dem Haus Stutzberg 183n, reichte die Grafschaft lediglich bis einige Meilen südlich der Burg Brimas.<br>
<br>

====Burg Brimas====
[[Bild:Wappen_Brimas_(Haus).png|150px|thumb|Wappen des Hauses und der Burg Brimas]]

Obwohl von der Größe einer Stadt, gilt Brimas als Burg. Als solche hat sie einen anderen Status vor dem balamarischen Gesetz als eine Stadt. Innerhalb seiner Burg gilt der Hausherr als Souverän. Der Markgraf hat nur sehr begrenzte Möglichkeiten zur Einflussname, anders als im Falle einer Stadt, in welchem er die Herren der Stadt übergehen könnte. So wird verhindert, das der aus dem Stutzberg'schen Zweig der Familie stammende Markgraf unerwünschten Einfluss auf den Sitz des Familienoberhauptes, und den des Brimas'schen Zweiges der Familie nimmt. Außerdem Zahlt sie nicht die Steuern eine Stadt, sondern die einer Burg.<br>
Dieses Vorgehen wird zwar innerhalb des balamarischen Adels kontrovers diskutiert, doch auch aus wissenschaftlicher Sicht kann die Frage nicht eindeutig geklärt werden, weil die Experten der Klinge sich über die Auslegung der Merkmale der Burg Brimas, in Hinblick auf die Definition einer Burg uneins sind.

Die Festung, die der Burg zugrunde liegt, thront auf einem langgezogenen, leicht bogenförmigen Felsen, mit einer Länge von 800 Schritt, jedoch an keiner Stelle breiter als 250 Schritt, der an einer kurzen Seite ebenerdig beginnt, und über seiner gesamten Länge sanft ansteigt, bis auf eine Höhe von 156 Schritt an seiner höchsten Stelle. Die Burg ist außergewöhnlicher Weise von Quermauern durchzogen, sodass trotz der Steigung an keiner Stelle ein Gebäude höher ist, als die umgebenden Mauern. Diese Quermauern sind mit schweren Torflügeln ausgestattet, und unterteilen die Burg in fünf Bezirke.<br>
Im obersten Bezirk befinden sich die Wohn- und Amtsgebäude der Familie Brimas, im Bezirk darunter die Kaserne der Brimaser Brugwache. Darauf folgt der flächenmäßig größte mittlere Bezirk, in welchem die ''Kirche des einigen Balamar'', und die Häuser der Oberschicht der Stadt stehen, sowie sich der Marktplatz befindet.<br>
Der Handwerksbezirk wirkt wie ein einziges, großes Gebäude, aus vielen einzelnen Gebäuden zusammengewachsen. Die Gassen sind teils so schmal, oder von Balkonen und Brücken überbaut, so das man von der untersten Ebene aus nicht selten den Himmel nicht mehr sehen kann. Hier befinden sich Lagerhäuser, Manufakturen und Werkstädten sowie die Wohnhäuser der Handwerker, in einem Gewirr aus Gassen, Durchgängen, Fluren, Treppen, Leitern, Stegen und Brücken, in dem man sich leicht verirren kann, obwohl seine Grundfläche nicht mehr als 220 auf 250 Schritt misst. Der Bezirk hat an seiner höchsten Stelle sechs Stockwerke, von denen die obersten am begehrtesten sind, weil dort noch am meisten Sonnenlicht in die Fenster fällt, und Falltüren auf die Dächer des Bezirks führen. Die unteren Ebenen werden von Fackeln, Laternen und Kerzenleuchtern erhellt, weshalb die Wände und Decken der Gänge und Flure von Ruß geschwärzt sind, der regelmäßig von Arbeitern abgewaschen wird. Wegen der vielen Lichter und dem vielen verwendeten Holz, verfügt die Burg als eine von Wenigen Siedlungen in Balamar über ein ausgeklügeltes Wasserleitungssystem, um Brände zu löschen. Im Kasernenbezirk befindet sich ein großer Wasserspeicher, der mit gewaltigen, von Pferden angetriebenen, Pumpen befüllt wird, und von dem sowohl Wasser für die Kaserne und den oberen Bezirk entnommen wird, sowie von dem aus Rinnen und Leitungen in den Handwerksbezirk führen, um dort bei Ausbruch eines Brandes sofort Löschwasser zur Verfügung zu haben.<br>
Im Unteren Bezirk leben die Arbeiter und einfachen Bediensteten der Burg. Wie im Handwerksbezirk sind auch hier die Häuser wie ein organisches Wesen gewachsen, mit Stegen und Brücken verbunden, doch ist hier weit mehr Platz zwischen den Häusern, und die Brandgefahr wesentlich geringer.<br>
Mit der Zeit reichte der Platz innerhalb der Mauern nicht mehr aus, doch man wollte keine Gebäude außerhalb der Festung errichten, da das gegen den Status als Burg verwendet werden könnte. Also wurden an vielen Stellen, insbesondere im unteren Bezirk, die Mauern der Festung künstlich erhöht. Eine Maßnahme, die auch einem Laien sehr schnell deutlich wird. Es wurde zwar der gleiche Stein verwendet, wie der, aus dem die Festung besteht, jedoch ist das neuartige Mauerwerk eindeutig von dem nahezu nahtlosen und glatten Mauerwerk der ursprünglichen Bauherren zu unterscheiden.<br>
Von ihren höchsten Zinnen aus, kann man bei gutem Wetter die 30 Meilen entfernte Freistadt Stutzberg sehen.<br>
<br>

===Freistadt Stutzberg===
[Stutzberg (Stadt).png|thumb|150px|Wappen der Freistadt Stutzberg]

Die Hauptstadt Stutzbergs, und zugleich dessen größte Stadt ist die Freistadt Stutzberg. Sie liegt innerhalb der Grafschaft Brimas und verfügt über keine eigenen Lehen. Sie entstand rund um die Festung Stutzberg herum, die allerdings zu klein für die vielen Bewohner ist, und heute den Regierungsbezirk der Stadt darstellt, und den Sitz des Markgrafen, sowie Büros und Wohnungen der Beamten und Würdenträger der Markgrafschaft, sowie die Verwaltung der Stadt selber beherbergt. Wie die Festung Brimas wurde auch die Festung Stutzberg stark umgebaut, fast alle Gebäude der Festung wurden abgerissen und, im modernen Baustil, und den Bedürfnissen seiner Bewohner angepasst. Die Festung ruht auf einer Felszinne, die steil empor ragt, und oben in ein recht ebenes Plateau mündet, auf welchem die Festung errichtet wurde, woher auch der Name der Stadt herrührt. Der ursprüngliche Zugang der Festung war eine steile Stiege, die sich um die Flanken des Felsens wand, aus Gründen der Bequemlichkeit und der Sicherheit wurden allerdings die Katakomben der Festung zu einem Tunnel ausgebaut der, mit breiten Treppenläufen und leicht zu bewältigenden Steigungen, wesentlich bequemer zu begehen ist, und im Winter Schneefrei bleibt. Ein Aufbau auf dem oberen Zugang und ein System von Rinnen lässt Regenwasser abfließen, und hält den Boden trocken und Eisfrei.<br>
Um die Festung herum ist die Stadt gewachsen, ohne die sonst nicht unübliche Bildung von Vierteln, denn neue Gebäude werden stets spiralförmig um die bestehende Stadt herum gebaut, und so bestimmt die Reihenfolge in der neue Gebäude gebaut werden die Zusammensetzung einzelner Straßenzüge. In einem Abstand von 220 Schritt um den Felsen auf dem die Festung ruht herum, wurde allerdings eine Stadtmauer gebaut, da man ursprünglich annahm, die Stadt würde nicht über deren Grenzen hinaus wachsen. In diesem Innenbezirk lebt weitgehend die Oberschicht, reiche Händler, exklusive Handwerker und auch der ''Dom zu Stutzberg''. Außen herum lebt das einfache Volk, und befinden sich Kontore und Manufakturen. Der Außenbezirk ist von einer hölzernen Palisade umgeben, die bei Bedarf nach außen erweitert wird.<br>
Die Freistadt war ursprünglich Sitz der Familie von Stutzberg, welche neben der Markgrafschaft auch die Grafschaft Stutzberg regierten, die den Süden der heutigen Grafschaft Brimas ausmachte. Misswirtschaft, Intrigen und Einflussnahme von außen trieben die Familie in den Ruin, woraufhin sie in der Familie Brimas aufging. Ihre Grafschaft wurde Teil der Grafschaft Brimas. Jedoch stammt der Markgraf weiterhin aus dem Stutzberger Zweig der Familie Brimas, welcher den alten Familiensitz als seinen Amtssitz behalten konnte.<br>
<br>

===Grafschaft Hagorad===
[Hagorad (Grafschaft).png|thumb|150px|Wappen der Grafschaft Hagorad]

Die Grafschaft Hagorad, regiert von Graf Arontor von Hagorad liegt im Westen Stutzbergs und gilt als eine der ärmsten Grafschaften Balamars. Die spärliche Landwirtschaft dient ausschließlich der Selbstversorgung. Lediglich etwas Bergbau und Kunsthandwerk und Schafzucht halten die Grafschaft in den schwarzen Zahlen. Die größte Stadt Hagorads ist Roksch, wie in der Region üblich in einer antiken Festung errichtet, in der auch die Burg Hagorad liegt. Typisch für die Grafschaft ist, das die gesamte Bevölkerung außerhalb Rokschs als Klans in den alten Festungen lebt. Anders als in anderen Gegenden Stutzbergs, gibt es keine neuen Dörfer außerhalb der Festungen. Hagorad ist auch eine der wenigen Grafschaften Balamars, die keine echte Gardeeinheit hat. Die gesamte Wache, bis auf die Leibwache des Grafen, entstammt der Wachtruppe des balamarischen Heeres, die die Grafschaft nur zur Hälfte bezahlen muss.<br>
<br>
Die Dörfer haben sehr viele Freiheiten, so lange sie keine blutigen Fehden führen, hält sich der Graf weitgehend aus ihren Belangen heraus. Da er es sich nicht leisten kann, die Dörfer zu zwingen, engeren Regeln zu folgen, bleibt ihnen die Rechtsprechung überlassen, wenn auch sie ihre Witan nach Roksch schicken, um vom dortigen Gericht in das balamarische Recht eingewiesen zu werden. Probleme untereinander regeln die Klans selbst, meist entsprechend dem Fehderecht, an dem die Kindina, die Dorfvorsteher oder "Häuptlinge" meist besonders interessiert sind.<br>
<br>
Landschaftlich ist die Grafschaft typisch für Stutzberg. Flaches Heideland, von niedrigen Hügeln und kleinen Nadelwäldchen unterbrochen, in dem zig Meilen voneinander entfernt, die Festungen auf ihren schroffen Felsen thronen, mit einigen wenigen Feldern um die Festungen verstreut, auf dem meist Getreide und Gemüse angebaut wird, dort wo der Boden ein bisschen fruchtbar ist, zwischen denen halb wilde Schafe weiden.<br>
<br>
Das Wappen der Grafschaft ist Blau, mit der Hausmarke des Hauses Hagorad in Gold. Das Blau steht für den in der Region oft wolkenlosen, blauen Himmel, das aus stilistischen Gründen dunkler als Himmelblau dargestellt wurde. Das Gold der Hausmarke ist in den Regeln der Heraldik begründet, Hausmarken als solche haben eigentlich keine Tingierung.<br>
<br>

====Stadt Roksch====
[Roksch (Stadt).png|thumb|150px|Wappen der Stadt Roksch]

Die Stadt Roksch ist die größte Siedlung der Grafschaft Hagorad, und obwohl nicht deren Hauptstadt, ihr kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Bis auf einige Bergwerke am Rand des Nordrandgebirges wird der gesamte Export der Grafschaft in Roksch erwirtschaftet. Sie liegt am Ostrand der Grafschaft. Hier ist die einzige Schule der Grafschaft. Da die Dörfer stets nur ihre Magier zur Schule schicken, genügt diese Eine. Ebenso ist hier die einzige richtige Kirche in Hagorad, die Kirche der Einigkeit, mit einem angeschlossenen Kloster, von dem aus Wanderprediger zu den einzelnen Dörfern aufbrechen, um zumindest einige Male im Jahr das Licht der Aurumkirche dorthin zu tragen.<br>
<br>
Für eine antike Festung ist Roksch eine Besonderheit, denn innerhalb ihrer Mauern befindet sich eine zweite Festung, die Burg Hagorad, die völlig von der Stadt Roksch umschlossen ist. Die einzige neben der Hauptburg in Brimas, die offensichtlich bereits bei ihrer Errichtung vor Äonen als Burg konzipiert war. Sie hat eigene Katakomben mit einem eigenen Eingang, die allerdings über einen, inzwischen aus Sicherheitsgründen versiegelten, Verbindungsgang mit den Katakomben der Stadt Roksch verbunden sind. Die Gewölbe der Burg werden nicht aktiv als Gräber genutzt, sondern im Eingangsbereich als Lager und stehen ansonsten leer, werden aber regelmäßig von der Klinge untersucht, zumal sie als einzige in Stutzberg weder als Grab benutzt wird, noch schwer zugänglich in einer Ruine liegt. Die Klinge schätzt die Gewölbe der Burg auf weitaus älter als die der Stadt, und nimmt an, das die Stadt entstand, als die Burg zu klein wurde.<br>
<br>
Das Wappen der Stadt Roksch ist Blau, mit einer goldenen Burg mit zwei unterschiedlich hohen Türmen und einem Tor in der Mitte, und der Hausmarke des Hauses Hagorad im höheren Turm. Die Stadt Roksch hat keine eigene Hausmarke, sondern trägt die des Hauses Hagorad. Ein weiterer Hinweis dafür, das sie eine Erweiterung einer bestehenden Festung ist, und nicht unabhängig davon. Die zwei unterschiedlich hohen Türme symbolisieren die Stadt, und die Burg darin, welche höhere Mauern hat, als die Stadt. Die Marke steht für das Herrscherhaus Hagorad.<br>
<br>

====Klan Korias====
[Korias.png|thumb|150px|Hausmarke des Klans Korias]

Einer der Klans in der Grafschaft Hagorad ist der Klan Korias. Die Festung des Klans liegt etwa vierzig Meilen westlich der Stadt Roksch und hat etwa 140 Einwohner. Ihr Kindina ist bereits über 70 Jahre alt und hält seit Jahrzehnten alte Fehden mit sämtlichen Nachbardörfern aufrecht. Sein Sohn gilt als gemäßigt, aber auch als Schwächling, während sein Vater als stark und noch gut in Form gilt. Daher wird nicht davon ausgegangen, das dessen Herrschaft und starre Haltung bald enden wird, sei es durch natürlichen Tod, oder seine Niederlage in einem Duell.<br>
Der Witan des Dorfes, Goront der Ältere, verstarb Anfang 507n, als er nach einem Eisregen auf dem Dorfplatz ausrutschte und mit dem Kopf auf den Stein schlug. Sein Schüler, [[Rotgar]], übernahm die Geschäfte des Witan, ist aber mit seinem Wissen nicht zufrieden, und hat sich als Anwärter bei der Klinge beworben. Dieser Schritt wird von vielen Witan kritisiert, da sie befürchten, ihre Geheimnisse könnten verraten werden, während andere die Mitgliedschaft eines Taubra bei der Klinge für längst überfällig halten.<br>
Der Sohn des Witan, Goront der Jüngere, ebenfalls Taubra, übernimmt die Geschäfte in Abwesenheit des älteren und erfahreneren Taubra. Er hat selber kein Interesse an Dingen, die nichts mit seiner Arbeit als Pfleger der Toten zu tun haben.<br>
<br>

==Bekannte Stutzberger==

  • Zahlreiche [[Liste der Könige Balamars|Könige]] Balamars
  • Der regierende König, seine Majestät Dagonet I von Brimas
  • [[Rotgar]], Sohn des Ingvart, aus dem Klan Korias

<br>

==Wappentafel==

<gallery width="150">
Bild:Wappen_Stutzberg.png|Markgrafschaft Stutzberg
Bild:Wappen_Brimas_(Haus).png|Haus Brimas (neues Wappen)
Bild:Wappen_Brimas_(Grafschaft).png|Grafschaft und früher Haus Brimas
Bild:Wappen_Stutzberg_(Stadt).png|Freistadt und ehem. Haus Stutzberg
Bild:Wappen_Hagorad_(Grafschaft).png|Grafschaft Hagorad
Bild:Wappen_Roksch_(Stadt).png|Stadt Roksch
</gallery>
<br>

==Siehe auch==
[[Balamar]]<br>
[[Fernien]], [[Geistbach]], [[Hanorien]],<br>
[[Melanto]], [[Wanorien]], [[Westmark]]

Sofern nicht anders angegeben, steht der Inhalt dieser Seite unter Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 License